Post vom Gigolo (Ebook)

0,99 

Das legendäre „erste Mal“ verläuft leider nicht so romantisch wie erhofft. Auch Max erfüllt nicht alle Wünsche. Und Felix, der Mann mit dem prächtigen Geschlechtsorgan, entpuppt sich als Gigolo.
Drei erotische Geschichten, wie sie das Leben nur allzu oft spielt.

Bitte geben Sie bei „Bestellnotizen“ an, welches Format Sie haben möchten:
– epub
– mobipocket

Das Ebook wird per Mail verschickt.

Beschreibung

Auszug aus der Geschichte: Das erste Mal

Sechzehn zu sein, das ist schrecklich. Da ist man kein Kind mehr, aber auch noch nicht erwachsen. Weder Fisch noch Fleisch … grauenhaft. Noch schlimmer allerdings ist fünfzehn oder vierzehn. Dann schon lieber sechzehn.
Also, ich war sechzehn, und er hieß Walter. Von meiner Seite war es Liebe auf den ersten Blick. Von Walters Seite dauerte es eine Weile. Fast ein Jahr, um genau zu sein. Weil ich ihm zu jung war. Er war nämlich bereits zwanzig. Und Jungs in diesem Alter interessieren sich nicht für jüngere Mädchen. „Nimm dir ne Ältere, mein Junge“, sagen die Väter in jovialem Ton und zwinkern bedeutungsvoll mit den Augen, weil sie wissen, wovon sie reden.
Und in der Tat, es ist wirklich besser, wenn zumindest einer von beiden Erfahrung hat, denn ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Deflorations­versuch, da war ich fünfzehn. Der Kerl war so um die sechzehn, auch noch Jungfrau, und versuchte wirklich sein Bestes. Vergeblich. Trotz intensivster Bemühun­gen kriegte er sein gutes Stück nicht dahin, wo es in so einem Fall hingehört. Ob es an mir lag oder an ihm, lässt sich im Nachhinein nicht sagen. Auf alle Fälle war er ziemlich ratlos, fast schon verzweifelt.
„Magst du nicht oder kannst du nicht?“, stieß er immer wieder hervor, und ich konnte zuschauen, wie seine Erektion nachließ und sein Penis sich resigniert zurückzog. Im Sinn des Wortes.
Das Ganze war mir sehr peinlich, einerseits. Ander­er­seits war ich froh über diese Entwicklung, denn ich hat­te ein ziemlich schlechtes Gewissen, weil meine Mutter mir mit eindringlichem Gesichts­ausdruck das Versprechen abgenommen hatte, mich keinesfalls mit einem Jungen (geschweige denn Mann) einzulassen. Seinerzeit steckte die Pille noch in den Kinderschuhen, außerdem hätte sie mir sowieso kein Arzt verschrieben, weil ich, wie gesagt, erst fünfzehn war. Und damals war es verpönt, in derart jugendlichem Alter Sex zu praktizieren, also brauchte ich auch keine Pille.
Walter war mir an meinem allerersten Arbeitstag be­gegnet. Ich begann eine Banklehre, und der Ausbilder führte mich und die anderen Lehrlinge gerade durch die Abteilungen, als Walter mit Schwung um die Ecke bog. Seine blauen Augen blitzten, und er gefiel mir auf Anhieb.
Wie der Zufall es oft so will, landete ich ausgerechnet in Walters Abteilung, und es war seine Aufgabe, mich mit den Weihen des Geldtransfers von einem Bank­kon­to zum anderen vertraut zu machen. Mir wäre zwar lieber gewesen, er hätte mich mit was anderem vertraut gemacht, aber – wie gesagt – ich war noch zu jung (für ihn).
Dann tauchte eines Tages sein Freund auf. Karl hieß er. Karl hatte ein Auge für Frauen respektive für mich. Mit Kennerblick musterte er meine untere Hälfte und meinte: „Mann, schau dir diese Rehbeine an!“
Anerkennend schnalzte er mit der Zunge.
Diese Bemerkung hat Walter wohl nachdenklich gestimmt, denn kurze Zeit später fragte er mich nach unserem täglichen Mittagessen in der Kantine ganz nonchalant, ob wir in seiner nahe gelegenen Bude nicht einen Kaffee nehmen wollten. Gegen diesen Vorschlag hatte ich nichts einzuwenden, im Gegenteil, denn sein Gesichts­aus­druck ließ keinerlei Zweifel aufkommen, dass die ge­mein­same Tasse Kaffee ihn nicht die Bohne interessierte. Er wollte das, was ich auch wollte: in sein Bett. Und dort wollte endlich erfahren, wie das ist, über das ich schon so viel gelesen hatte, in Gloria-Heftchen gleicher­maßen wie in Büchern von Hemingway und Bukowski. Ich wollte endlich wissen, wie sich dieses Körperteil anfühlt, das ständig in aller Munde war – wenn auch ohne Worte.
Unsicher umherirrende Jungenhände auf meinen mickrig kleinen Brüsten waren mir bis dato zwar schon bekannt, einige davon hatten auch dilettantisch zwischen meinen Schenkeln herumgefummelt, auch der missglückte Deflorations­versuch war noch deutlich in meinem Gedächtnis, und bei all dem hatte ich eine gewisse Erregung auch nicht leugnen können, aber im Grunde war das alles nichts Geschei­tes gewesen. Ir­gend­wie war das immer so abgelaufen, als schnuppere ein hungriger Hund an der Wurst, und trollt sich dann frustriert, weil er sie nicht fressen darf – oder kann. Jetzt hatte ich aber keine Lust mehr, mich zu trollen, sondern wollte endlich erfahren, wie es ist, mit einem Mann zu schlafen.
Ich hatte es mir wunderschön vorgestellt. An einem kuschelig-romantischen Fleckchen würde dieses einmalige Ereignis stattfinden. Umgeben von zauberhaften Gerüchen, schummrigem Kerzenlicht und leiser Musik und eingehüllt in zärtliche Berührungen.
Entschlossenen Schrittes strebten wir Walters Behau­sung entgegen. […]

Bewertungen

Es gibt noch keine Bewertungen

Schreibe die erste Bewertung zu “Post vom Gigolo (Ebook)”

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.